Studienbeginn 2012

Offizieller Studienbeginn – Es geht los…

Das Abenteuer Fernstudium hat begonnen. Heute, am 15. Oktober, war offizieller Studienbeginn.

Passenderweise ist ausgerechnet am heutigen Tag ein Artikel in der “Eschweiler Zeitung” erschienen, bei dem das Studium an der FernUniversität Hagen anhand eines Beispiels aus dem Studienzentrums Eschweiler beschrieben wird.

Ich finde diesen Artikel sehr gut gelungen, da er das Prinzip Fernstudium anschaulich und verständlich beschreibt und auch deutlich macht, was in den nächsten Jahren so auf mich selber zukommen wird.

Tagsüber Job, abends Studium Zuhause
Das Beispiel von Petra Overath zeigt das Prinzip der Fernuni. Vorlesungen verfolgt man im Internet. Zur Klausur geht‘s nach Hagen.

Von Isabelle Hennes

Eschweiler. Petra Overath hat einen Universitätsabschluss, obwohl sie noch nie einen Hörsaal von innen gesehen hat. Die 48-Jährige aus Aachen hält seit einigen Wochen ihr Zeugnis Bachelor of Arts in Händen. Studiert hat sie Zuhause. Oder besser gesagt an der Fernuniversität Hagen. Ihre Anlaufstelle während des Studiums war das Studienzentrum in Eschweiler an der Eichendorffstraße.

Zunächst Lehre

Vor rund sechs Jahren fing alles an. Damals wohnte Petra Overath noch in Gütersloh. Die gelernte Bankwirtin wollte schon immer studieren. Da es mit dem Erststudium nicht geklappt hatte und sie sich stattdessen für eine Lehre entschieden hatte, verabschiedete sie sich zunächst von dem Wunsch, die Hochschulbank zu drücken. Aber wirklich losgelassen hat sie der Wunsch nie. „Als ich mich dann mehr zufällig mit einem Bekannten darüber unterhalten habe und wir auf die Uni Hagen zu sprechen kamen, hat es mich wieder gepackt“, sagt sie.

Im Internet informiert sie sich über Studienfächer, Abläufe, Kosten. Für die zweifache Mutter steht schnell fest: jetzt oder nie. Trotz Job und ihrer beiden noch kleinen Kindern sucht sie ihr Abiturzeugnis heraus, fährt zum nächsten Studienzentrum in Lippstadt und schreibt sich ein. Studienfach: Bildungswissenschaft. Abschluss: Bachelor of Arts. Zum Wintersemester 2007 nimmt sie ihr Studium in Teilzeit auf.

„Freunde und Bekannte fanden es super, dass ich mir in meinem Alter nochmal so etwas zutraue“, berichtet sie. Im Internet lädt sie sich die sogenannten Studienbriefe für die Module herunter, druckt sie aus und arbeitet sie durch. Anfangs fällt es ihr schwer, mit dem ganzen Stoff klarzukommen. „Mit über 40 nochmal Dinge auswendig zu lernen, ist gar nicht so leicht“, sagt Petra Overath und lacht. Gemeinsam mit anderen Studenten der Fernuniversität bildet sie eine Lerngruppe. Sie legen Termine fest, an denen alle Mitglieder der Gruppe bestimmte Inhalte durchgearbeitet haben müssen, um bei den Treffen Fragen klären zu können. „Ich habe das immer sehr gewissenhaft gemacht und konsequent durchgehalten“, erinnert sich Petra Overath. Leider haben das nicht alle Gruppenmitglieder so gemacht und sind an den späteren Klausuren gescheitert.

Selbstdisziplin und Eigeninitiative – das sind die beiden Eigenschaften, die man entweder haben muss oder sich während des Studiums aneignen sollte. Das wissen auch Gabriele Pucher, Regionalleiterin der Fernuniversität Hagen für die Standorte Eschweiler, Neuss, Wesel und Krefeld, und Hanne Schamberg, Geschäftsstellenleiterin in Eschweiler. „Wir bekommen sehr viele Rückmeldungen von größeren Unternehmen. Sie sehen Absolventen von Fernuniversitäten sehr gerne, weil sie wissen, dass sie sich selbst gut organisieren können“, ist sich Gabriele Pucher sicher. Durch den Abschluss eines Fernstudiums haben sie sich sozusagen schon für den Job empfohlen.

Aber das sehen nicht alle Arbeitgeber so. Es gibt auch Studenten an der Fernuniversität, deren Arbeitgeber von dem Studium nichts wissen darf. Sei es wegen der zusätzlichen Belastung ihrer Angestellten oder der Tatsache, dass jemand mit einem Hochschulabschluss besser bezahlt werden muss. Die Fernuniversität Hagen bietet den Studenten aber viele Möglichkeiten, ihr Studium so zu organisieren, dass es der Arbeitgeber nicht mitbekommt.

Rund 1100 Studenten gibt es derzeit am Standort in Eschweiler. Hier liegt der Schwerpunkt vor allem auf Rechts- und Wirtschaftswissenschaft. Weil es keine Numerus-Clausus-Beschränkung (NC) gibt, ist die Fernuniversität vor allem in Fächern sehr beliebt, die an sogenannten Präsenzuniversitäten hohen Zulassungsbeschränkungen unterliegen. Deshalb studieren an der Fernuniversität Hagen beispielsweise rund 10 000 junge Menschen Psychologie.

Der Vorteil, den Gabriele Pucher und Hanne Schamberg gegenüber der RWTH Aachen haben: Sie müssen keinen Platz für ihre Studenten schaffen. Weil der Hörsaal an der Fernuniversität das Wohnzimmer der Studenten ist, gibt es keine Beschränkung, wie viele Leute sich einschreiben können. Und lachend fügt sie hinzu: „Es muss dann einfach nur mehr gedruckt werden.“ Der Durchschnittsstudent an der Fernuniversität ist zwar 29 Jahre alt und hat bereits einen berufliche Ausbildung abgeschlossen, aber es schreiben sich auch junge Menschen unmittelbar nach dem Abitur ein.

Dass sich die RWTH Aachen Präsenzuniversität nennt, heißt im Umkehrschluss nicht, dass Gabriele Pucher und Hanne Schamberg nicht für ihre Studenten da sind. Es ist einfach nur ein anderer Betreuungsaufwand, den sie leisten müssen. In Eschweiler stehen den Studenten zwei Ansprechpartner zur Verfügung, an die sie sich mit ihren Problemen wenden können. Das Meiste aber läuft über das Internet: die Einschreibung, Lernplattformen, Videoübertragungen von Vorlesungen. Themenabsprache für Hausarbeiten müssen per E-Mail mit dem Professor abgestimmt werden, Klausuren werden in Hagen geschrieben.

Petra Overath war ganz schön nervös vor ihrer Klausur. „Das letzte Mal, als ich solche Prüfungsangst hatte, war vor meinem Ausbildungsabschluss“, gesteht sie. Aber sie ist viel zu ehrgeizig, als dass sie die Klausur nicht bestanden hätte. Jetzt hat sie einen Notendurchschnitt von 1,9 erreicht und ist zufrieden. Und ein bisschen stolz, dass es eine Eins vor dem Komma geworden ist. Ihre Bachelorarbeit hat sie zum Thema „Personalentwicklung und Wissensmanagment für Unternehmen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in Deutschland“ verfasst.

Nun möchte Petra Overath am liebsten ihr kaufmännisches Wissen aus ihrer Zeit als Bankwirtin mit den frisch erlernten Studieninhalten verbinden – in einem neuen Beruf.

1100 Menschen studieren am Eschweiler Studienzentrum

  • Am Studienzentrum Eschweiler studieren rund 1100 Menschen. Darunter sind auch Studenten aus Belgien und den Niederlanden.
  • An der Fernuniversität Hagen betreuen 80 Professoren rund 80 000 Studenten.
  • Die Studieninhalte sind auf Deutsch verfasst. Die Kenntnisse der deutschen Sprache sind in Form von Schulzeugnissen nachzuweisen.
  • Viele studieren in Teilzeit, das heißt abends und am Wochenende. Möchte jemand in Vollzeit studieren, rät Gabriele Pucher zunächst davon ab. „Vollzeit erfordert viele Vorkenntnisse. Manche wollen einfach zu viel in zu kurzer Zeit“, sagt sie.
  • Studieren an der Fernuniversität bedeutet, Zuhause zu studieren. Per Selbststudium erarbeiten sich die Studenten die Inhalte der Studienbriefe. Weil sie sich ihre Zeit frei einteilen können, ist das Fernstudium neben dem Beruf oder der Ausbildung möglich.
  • Es gibt auch viele Mütter mit Kindern, die aufgrund der freien Zeiteinteilung das Angebot der Fernuniversität nutzen.
  • Die Kosten für das Studium richten sich nach der Kursbelegung. Das heißt, ein Vollzeitstudium ist teurer als ein Teilzeitstudium. Studiengebühren gibt es allerdings nicht. Die Studenten müssen die Materialkosten übernehmen. Für einen Teilzeitstudenten wären das beispielsweise pro Semester zwischen 170 und 250 Euro.

„Mit über 40 nochmal Dinge auswendig zu lernen, ist gar nicht so leicht.“
Petra Overath, Absolventin der Fernuni

Der Original-Artikel kann hier eingesehen werden.